Wo bin ich :Der VfL :Vereinshistorie :03. Die ersten Jahre
Der VfL
Uwe Bronnert am 20.11.2008
Die erste Jahre
„Die Gründer des Vereins waren von einem regen Eifer beseelt und unermüdlich tätig. Trotzdem erging es dem Verein während der ersten 5 Jahre seines Bestehens herzlich schlecht. Von Lokal zu Lokal musste er ziehen; die Mitgliederzahl war gering; die Mühen des Vorstandes waren groß; es fehlte an Mitteln; das Interesse für die edle Turnsache war noch nicht geweckt. Gleichwohl hielt die kleine wackere Turngemeinde zähe fest an ihrem Vorhaben. Kein Finger breit wich sie von ihrem Plan ab. Und wie immer, so auch hier, führte Beharrlichkeit zum guten Ende.“ So die Festschrift zum 25. Stiftungsfest 1908.

Trainiert wird in Sälen der Kirchener Gastronomie. Bis November 1884 wird im Lang’schen Sälchen in Jungenthal geturnt. Da der Wirt den Turnbetrieb während der Wintermonate nicht gestattet und sonst nirgends ein Saal zu haben ist, wird bis Ende 1886 im Sommer die Kegelbahn und im Winter die Gaststube des Gastwirts Ippach als Übungsraum benutzt. Im Winter sind allerdings nur Übungen am Barren möglich. Vom Ippach’schen Lokal wechselt man zum Saynischen Hof. Im Dezember 1888 wird der neu erbaute Saal des Gastwirts Heinrich Wurm bezogen. Schon 1889 muss die neue Übungsstätte aufgegeben werden. Zum Glück finden die Sportler im neu erstandenen Harr’schen Saal eine endgültige Heimat. Nun steigt auch die Mitgliederzahl.

Seit 1888 nahmen Kirchener Turner regelmäßig erfolgreich an Bezirks - und Gauturnfesten teil.

Am 2. November 1889 stiftet der langjährige Ehrenvorsitzende Herr Otto Kraemer dem Verein eine seidene Fahne, die die Zeit leider nur als Fragment überdauert hat. Anlässlich des 10. Stiftungsfestes fügt er der Fahne noch eine Schleife bei.

Das am 22. Juni 1890 vom Verein ausgerichtete III. Gauturnfest führt in der Kirchner Bürgerschaft zu einem Anstieg des Interesses am Sport. Nun reift auch der Plan, eigene Sportstätten zu erwerben. Im Tausch gegen das vom Bürgermeister a. D. Heinrich Kraemer und Fabrikbesitzer Otto Kraemer als Geschenk erhaltene Grundstück kann ein geeignete Fläche hinter der „Sigambria“ erworben und das fehlende Gelände für eine längere Dauer hinzu gepachtet werden. 1908, rechtzeitig zum 13. Gauturnfest, wird der Turn- und Spielbetrieb hier aufgenommen.

Mit der Eintragung in das Vereinsregister 1906 und der jetzt fast idealen Sportmöglichkeiten auf dem Sigambria-Sportplatz gelangt das „volkstümliche“ Turnen im Freien zu voller Blüte. Daneben finden die Turnspiele, wie Faustball und Tamburin, sowie Ringen und Fechten großen Anklang.

Ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges in Kirchen ist das XIII. Gauturnfest des Turngaues Siegerland, das zeitgleich mit dem XXV. Stiftungsfest am 20. und 21. Juni 1908 begangen wird.

Unter den Turnspielen nimmt in Kirchen das Faustballspiel einen herausragenden Platz ein. Wenn auch noch das in Altenkirchen ausgetragene 1. Kreisspielfest 1912 verloren ging, werden ab 1913 die Endspiele in Folge gewonnen. Viele Jahre schmückte das von dem Gewerken Otto Stein gestiftete Faustballbanner des Kreisspielverbandes Altenkirchen die vereinseigene Halle. Leider gilt das Banner heute als verschollen.

In der langen Liste der bis zum Jahr 1907 tätigen Vorsitzenden finden wir im Wechsel verzeichnet: Georg Reusch, Robert Hoffmann, Otto Streetz, Carl Lohse, Stöber, Heinrich Schmidt, Wilhelm Christ und ab 1907 – 1935: Gustav Strunk.
Geselligkeit im Verein

Gemeinsame Wanderung (vor dem Ersten Weltkrieg)
Erste Riege des KTV am 15. November 1900
Fritz Lohnert – Otto Hege – Julius Koch
Karl Bläser – Johann d’Amour – Fritz Hassel
Fritz Lixfeld – Gustav Herwick – Turnwart Heinrich Acher – Heinrich Kasch – Peter schneider
August Panthel – August Diehl – Hubert Lehmann
Meisterriege beim Turnfest in Siegen 1903
Bernhard Geil – G. Strunk – R. Klein – Emil Gliß – A. Rau – Gustav Meyer – Eduard Panthel – E. Mockenhaupt – W. Dreisig, S. Zöller – Friedrich Hassel
Erste Riege KTV am 09. Oktober 1904
Eduard Panthel – 2. Turnwart Bernhard Geil – Zeugwart Peter Schneider
Gustav Meyer – Arthur Köhler – 1. Turnwart Friedrich Hassel – Emil Gliss – Jakob Mignon
Wilhelm Diehl – Robert Kohlhas
Heimkehr vom Turnfest - Gruppenbild des KTV vor dem Vereinslokal Harr - Heikaus, etwa 1903
Links oben: Otto Krämer, Gönner des Vereins
Vorturnerschaft vor der Sigambria, 1910
Anfänge der Knüppel-Musik

Lange vor dem Ersten Weltkrieg waren Trommeln und Pfeifen ständige Begleiter der Turner. Tambour- und Trommlerkorps gaben allen Turnfesten durch ihre dem turnerischen Leben und Treiben angepasste innere und äußere Ausrichtung ein würdiges Gepräge.
Geselligkeit

Gemeinsames Wandern und Feiern im Verein vor dem Ersten Weltkrieg
Faustballbanner Spielverband des Kreises Altenkirchen 1913:

Richard Gliß - Emil Gliß - Karl Weber - Robert Weber - Josef Euteneuer
Turnernachwuchs mit dem Faustballbanner 1913

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