Wo bin ich :Der VfL :Vereinshistorie :08. Die braunen Jahre1933-1945
Der VfL
Uwe Bronnert am 22.11.2008
Die braunen Jahren 1933 - 1945
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 führte zu einer grundlegenden Veränderung des politischen und gesell-schaftlichen Lebens in Deutschland, von dem auch der Sport und die Vereine in Kirchen nicht unberührt bleiben.

Das Protokollbuch des Sportvereins Borussia Kirchen gibt hierüber anschaulich Auskunft. Bereits am 15. Juni kommen die Mitglieder zusammen um die Vorgaben des DFB-Verbands-führers umzusetzen. Danach hat jeder Verein einen Vereinsführer und zwei Kassenprüfer zu wählen. Die Versammlung wählt den bisherigen Vorsitzenden Josef Zöller einstimmig zum Vereinsführer, der jedoch nach nur wenigen Tagen sein Amt wegen eines nicht näher ge-nannten „wichtigen“ Grundes niederlegt, so dass am 25. Juni Walter Kipping in einer weiteren Versammlung einstimmig zum Vereinsführer gewählt wird. Aber auch er ist der Kirchener NSDAP-Führung nicht genehm. In einer außerordentlichen Versammlung am 19. September 1933 wählen die Vereinsmitglieder den von der Partei lancierten Parteigenossen Johann Hauter zum neuen Vereinsführer.

Nicht ganz freiwillig löst sich am 26. November 1933 die DJK Kirchen auf. Dies beschert der Borussia einen starken Zulauf guter Spieler. Bereits im Oktober 1932 waren der größte Teil der aktiven Fußballer der DJK Katzenbach der Borussia beigetreten. Aber auch die Tage der Borussia sind gezählt. 1939 schließt sich die Borussia dem Kirchener Turnverein an, wie der Bericht über die Jahreshauptversammlung 1940 in der Zeitung zu berichten weiß.

Die Gängelung der Vereine durch die nationalsozialistischen Machthaber zieht sich wie ein roter Faden auch durch die erhalten gebliebenen Akten des KTV. Der Sport hat sich nicht nur den Interessen des Staates unterzuordnen sondern das Vereinsleben unterliegt einer lückenlosen Kontrolle durch die NSDAP.

Die gewählten Vereinsführer müssen erst durch den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübung bestätigt werden, bevor sie ihre Arbeit aufnehmen dürfen. Ebenso bedarf es zur Abhaltung der Jahreshauptversammlungen einer Genehmigung der NSDAP-Ortsgruppe Kirchen und das Protokoll geht an den Kreissportführer. Dasselbe Prozedere gilt auch für die tradi-tionelle Weihnachtsfeier, die plötzlich „Jahresschlussfeier“ heißt.

Auch zur militärischen Mobilmachung muss der Verein herhalten. 1942 sind auf Veranlassung des Oberkommandos der Wehrmacht alle Schiläufer des Jahrgangs 1922 an den National-sozialistischen Reichsbund für Leibesübung zu melden.

Andererseits ordnet man sich nur zu willfährig der neuen Ordnung unter. Sichtbar wird dies bei der Feier zum 50-jährigen Bestehens des KTV im September 1933 über die in der Volkswacht berichtet wird. Siehe hierzu Vereinskurier 38.

Trotz des Krieges wird der Turn- und Spielbetrieb unter großen Mühen aufrechterhalten. Die Faustballmannschaft wird 1942 Gaumeister des Gaues Moselland und nimmt an der Deutschen Meisterschaft teil.

Unmittelbar nach der Machtübernahme begannen die Nationalsozialisten mit der Verfolgung und Diskriminierung der Juden in allen gesellschaftlichen Bereichen. Hiervon blieben auch nicht die Vereine und der Sport verschont. Otto Moses muss den KTV erlassen. 1938 gelingt ihm die Ausreise in die USA.
50 Jahre KTV 1933

Dekorationsgruppe in der Turnhalle mit Jahn-Büste, Foto des Mitbegründers Wilhelm Christ, Ehrentafel der gefallenen Mitglieder des Ersten Weltkrieges sowie Faustballbanner und Vereinsfahne

Deutsches Turnfest in Stuttgart 1933

Kreisturnfest in Wissen 1934
Kreisturnfest in Wissen 1934

Handball-Kreismeister

Himmelfahrtsausflug Katzwinkel 1934
Kreisturnfest Bad Hönningen 1935
A. Molzberger 1935

Willi Decku 1935

Kundgebung Sigambria 1. Mai 1936
1. Mai 1935

Bad Hersfeld 1936
Einweihung Freibad Wehbach 1938
Heldengedenkfeier am Kirchner Rathaus am 12. März 1939
Aufnahme vom Fußballspiel zwischen Kirchen:Klafeld/Geisweid am 25 Mai 1942. Das Spiel endete 4:1

v. l. Berndes - Benno Rühl - ? - Kötting - Stiehl - Quast (Tormann) - Erich Baumgarten - Langenbach - Stötzel - Weber - Berndes

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